{"id":2414,"date":"2016-03-02T20:28:36","date_gmt":"2016-03-02T19:28:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.target10a.com\/magazin\/?p=2414"},"modified":"2016-05-23T13:47:50","modified_gmt":"2016-05-23T11:47:50","slug":"sechs-technikfehler-von-fortgeschrittenen-kletterern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2016\/03\/02\/sechs-technikfehler-von-fortgeschrittenen-kletterern\/","title":{"rendered":"Sechs Technikfehler von fortgeschrittenen Kletterern"},"content":{"rendered":"<p>Fortgeschritten meint in etwa: Kletterer im UIAA Schwierigkeitsgrad 8- bis 10- (Franz\u00f6sische Skala: 6c-8a, Bouldern: 6C-7C+)<\/p>\n<h3>1. Griffe und Tritte nachrutschen und nachfedern<\/h3>\n<p>Mit Nachrutschen ist folgendes gemeint: Nachdem ein Griff mit den Fingern gegriffen wurde, wird versucht die Griffposition durch nachrutschen und hin und her schieben der Finger zu verbessern. Das kann auch n\u00f6tig sein, wenn man sich bei einer Griffform versch\u00e4tzt hat, oder der Griff tats\u00e4chlich nicht optimal in den Fingern hat.<\/p>\n<p>Aber diese Notwendigkeit aus den Anfangszeiten eines Kletterers, kann sich zu einer unbewussten Angewohnheit entwickeln. In diesem Fall wird bei jedem Griff nachgerutscht, ob notwendig oder nicht. Es handelt sich dabei optisch meist um ein Dreifaches nachzittern mit den Fingern, ohne dass sich die Griffposition wesentlich ver\u00e4ndert. Beim Treten von Tritten ist das eher ein Dreifaches nachfedern.<\/p>\n<p>Wer unter dieser Angewohnheit leidet, sollte sich bewusst darauf konzentrieren auf dieses Nachrutschen zu verzichten. Dadurch spart man sich etwas Zeit, was gerade bei schwierigen Z\u00fcgen zwischen kleinen Griffen ein Vorteil ist.<\/p>\n<p>Das Schwierige an diesem Technikfehler ist, ihn \u00fcberhaupt zu erkennen. Das Abstellen dieser schlechten Angewohnheit ist dagegen relativ leicht.<\/p>\n<h3>2. Zu viele Zwischengriffe benutzen<\/h3>\n<p>Es gibt Kletterer, die m\u00f6glichst jeden halbwegs brauchbaren Zwischengriff mitnehmen. Die Hoffnung dabei ist wohl, mit k\u00fcrzeren Z\u00fcgen Kraft zu sparen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass diese Hoffnung nicht erf\u00fcllt wird. Der Zeitverlust durch mehr Z\u00fcge und zus\u00e4tzlich das Halten der schlechteren Zwischengriffe ist meiner Meinung nach ein gro\u00dfer Nachteil.<\/p>\n<p>Die Problematik tritt h\u00e4ufiger beim Klettern am Fels (z.B. Frankenjura) als am Plastik auf, da potentiell mehr Zwischengriffe vorhanden sind.<\/p>\n<p>Diesen Technikfehler abzustellen ist sehr schwierig. Die Kletterer, die diesen machen, werden \u00fcberzeugt sein, das Richtige zu tun. H\u00e4ufig haben diese Kletterer auch das Problem, dass sie dynamisches Klettern vermeiden wollen.<\/p>\n<h3>3. Dynamisches Klettern vermeiden<\/h3>\n<p>Gesch\u00e4tzt die H\u00e4lfte der fortgeschrittenen Kletterer vermeiden dynamische Z\u00fcge um jeden Preis. Damit sind nicht nur gewagte Spr\u00fcnge gemeint, bei denen alle vier K\u00f6rperteile den Kontakt zur Wand verlieren. Nein, es geht vor allem darum, mit leichtem Schwung aus dem Unterk\u00f6rper heraus die Distanz zum Zielgriff mit geringerem Krafteinsatz zu \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p>Der Einsatz von Dynamik verringert also die Blockierkraft in der haltenden Hand etwas. Manchmal erspart es auch das anstrengende, zu hohe Antreten eines Trittes. Nicht falsch verstehen: Hoch antreten ist prinzipiell eine gute Technik und erleichtert in der Regel die Z\u00fcge &#8211; siehe auch Punkt 4.<\/p>\n<p>Auch dieser Punkt ist eher schwer zu ver\u00e4ndern. Wer dynamische Z\u00fcge nur beim Seilklettern scheut, f\u00fcr den k\u00f6nnte Sturzangst eine Rolle spielen. Wer hingegen auch beim Bouldern eher einen statischen Kletterstil pflegt, f\u00fcr den gestaltet sich die Ursachenfindung etwas schwerer. Folge Gr\u00fcnde k\u00f6nnte es geben:<\/p>\n<ul>\n<li>geringes Einsch\u00e4tzungsverm\u00f6gen der Beschaffenheit des Zielgriffes<\/li>\n<li>zu wenig Kraft im Schulterg\u00fcrtel, um m\u00f6glichen Verlust des Fu\u00dfkontaktes abzufangen<\/li>\n<li>zu wenig K\u00f6rperspannung um den Fu\u00dfkontakt zur Wand schnellstm\u00f6glich wieder herzustellen<\/li>\n<li>Koordinationsschwierigkeiten<\/li>\n<li>die (falsche) Einsch\u00e4tzung, dass statisches Klettern dem Dynamischen \u00fcberlegen ist<\/li>\n<li>zu wenig Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer das Problem bei sich erkennt, hat aber zumindest folgende M\u00f6glichkeiten als Abhilfe:<\/p>\n<ul>\n<li>sich beim Klettern auf m\u00f6gliche dynamische Stellen fokussieren und diese auch zunehmend dynamisch l\u00f6sen<\/li>\n<li>\u00dcbungen am Campusboard oder am Pegboard, welche die Dynamik schulen. Beispiele:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2015\/07\/03\/campusboard-the-ladder\/\">Campusboard &#8211; The Ladder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2015\/07\/01\/campusboard-pull-through\/\">Campusboard &#8211; Pull Through<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2015\/09\/20\/pegboard-double-dynos\/\">Pegboard &#8211; Double Dynos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>An den k\u00f6rperlichen Schwachstellen arbeiten, falls ein schwacher Schulterg\u00fcrtel oder fehlende K\u00f6rperspannung die Ursache sind. Beispiele:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2015\/06\/25\/front-lever-cycling-hangwaage\/\">Klimmzugstange &#8211; Hangwaage (Cycling)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2015\/06\/27\/scheibenwischer\/\">Klimmzugstange &#8211; Scheibenwischer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2015\/07\/10\/boden-reverse-balance\/\">Boden &#8211; Reverse Balance<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>4. Kein hohes Antreten<\/h3>\n<p>Mangelnde Beweglichkeit in den Beinen und der H\u00fcfte kann die Bewegungstechnik einschr\u00e4nken. Vor allem das hohe Antreten wird so deutlich erschwert. Die Abhilfe ist hier aber einfach und geht auch relativ schnell: Erh\u00f6hen der Beweglichkeit in Beinen und H\u00fcfte durch Dehnen!<\/p>\n<h3>5. Kein pr\u00e4zises Antreten<\/h3>\n<p>Unpr\u00e4zises Antreten zeichnet sich dadurch aus, das ein Tritt meist unsauber erwischt wird und dann der Fu\u00df erst in eine pr\u00e4zise Position geschoben oder gewippt werden muss. Der Kletterer ist hier zumindest in der Lage zu erkennen wie ein perfekter Tritt sitzen muss. Aber mangelnde Koordination oder mangelnde K\u00f6rperspannung in steilem Gel\u00e4nde verhindern das direkte saubere Setzen des Fu\u00dfes.<\/p>\n<p>Hat man das Problem also nur in steilem Gel\u00e4nde, kann eine Verbesserung der K\u00f6rperspannung Besserung bringen. Wenn ein pr\u00e4zises Antreten grunds\u00e4tzlich nicht m\u00f6glich ist, sollte sich der Kletterer in leichteren Bouldern oder Routen auf genau diese Technik fokussieren, um die Koordination zu verbessern.<\/p>\n<p>An den Punkten 3, 4 und 5 sieht man auch, dass gewisse k\u00f6rperliche Voraussetzungen f\u00fcr eine gute Klettertechnik n\u00f6tig sind!<\/p>\n<h3>6. Falsche Kletterbewegungen<\/h3>\n<p>Hier sind falsche Bewegungsabfolgen oder Griffreihenfolgen gemeint. Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Griff, den man wegschultern sollte, wird frontal gegriffen<\/li>\n<li>Es w\u00e4re besser mit links \u00fcberkreuz zum n\u00e4chsten Griff zu greifen, stattdessen zieht man mit rechts dorthin<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ursachen solcher Fehler liegen meist in mangelnder Klettererfahrung, zu wenig abgespeicherten Bewegungsmuster und mangelnder Einsch\u00e4tzungsf\u00e4higkeit von Klettergriffen. Dieses Problem wird durch zwei unterschiedliche Ma\u00dfnahmen verbessert:<\/p>\n<p><strong>a) Viel und abwechslungsreich Klettern gehen<\/strong><\/p>\n<p>Dadurch wird erreicht, dass viele verschiedene Bewegungsmuster nach und nach abgespeichert und abgerufen werden k\u00f6nnen. Es werden zunehmend mehr Griffformen und Klettersituationen abgespeichert. Sprich, die Erfahrung bringt einen hier weiter!<\/p>\n<p><strong>b) Mit gleich guten und besseren Kletterern klettern gehen, die Kletterpartner wechseln<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Andere Kletterer k\u00f6nnen einem andere und bessere L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten aufzeigen. So werden die richtigen Bewegungsabl\u00e4ufe schneller erlernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fortgeschritten meint in etwa: Kletterer im UIAA Schwierigkeitsgrad 8- bis 10- (Franz\u00f6sische Skala: 6c-8a, Bouldern: 6C-7C+) 1. Griffe und Tritte<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2417,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Neuer Artikel: Sechs Technikfehler von fortgeschrittenen Kletterern","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[9,50,31],"tags":[],"class_list":["post-2414","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-klettertechnik","category-klettertraining-allgemein"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p6GLnl-CW","jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/6-Technikfehler-von-Kletterern.jpg?fit=1600%2C890&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2414"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2690,"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2414\/revisions\/2690"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2417"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}