{"id":5296,"date":"2021-09-07T11:45:26","date_gmt":"2021-09-07T09:45:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/?p=5296"},"modified":"2021-09-07T11:45:28","modified_gmt":"2021-09-07T09:45:28","slug":"die-sturzangst-beim-klettern-eine-konfrontation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/2021\/09\/07\/die-sturzangst-beim-klettern-eine-konfrontation\/","title":{"rendered":"Die Angst. Eine Konfrontation."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Zwecks der besseren Lesbarkeit wurde auf das Ausschreiben weiterer Pronomen verzichtet, sie sind in diesem Text mit * gekennzeichnet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Sturzangst beim Klettern: F\u00fcr viele das eigentliche Problem<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenige Dinge hemmen dich beim Klettern so sehr wie dein eigener Kopf. Entgegen der gel\u00e4ufigen Meinung, dass dein Bizepsumfang oder deine Unterarmmuskulatur bestimmen, wie erfolgreich du in der Wand bist, ist es vor allem dein Stressmanagement, das dich als ambitionierten Kletterer* von der breiten Masse unterscheidet (oder eben nicht.) In diesem Artikel werde ich dich an das Konzept der Angst heran f\u00fchren, mit dir analysieren, wie sie entsteht, und dir M\u00f6glichkeiten aufzeigen, wie du sie aus einem anderen (produktiveren) Blickwinkel betrachten kannst. Denn wie schon Alexander Huber gesagt hat, ist Angst per se nichts Schlechtes. Wie wir mit ihr umgehen bestimmt dagegen, ob wir (trotz oder wegen ihr) konstruktive M\u00f6glichkeiten finden, um als Kletterer* \u00fcber uns selbst heraus wachsen. Oder: Ob wir uns l\u00e4hmen lassen. Auf der Stelle treten. Obwohl wir nichts lieber t\u00e4ten, als den n\u00e4chsten Grad abzuhaken!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4ngstlich schiele ich nach unten zur letzten Exe, w\u00e4hrend ich merke, wie mir die Arme zulaufen und die Finger langsam aufgehen. Der n\u00e4chste gute Henkel ist in Sicht, aber er ist schon ziemlich weit weg (mindestens! 2 ganze Meter \ud83d\ude09 ) und ich m\u00fcsste dynamisch anziehen, um ihn zu erreichen. M\u00f6glich? Ja, sicher. Irgendwie geht immer. Aber&#8230; Aber der Sturzraum ist ziemlich unsympathisch\u2026 Und wenn ich abrutsche\u2026 tut bestimmt weh. Und so weiter. Ich hadere mit mir. Die Sekunden verstreichen und meine Chance auf den Durchstieg mit ihnen. Das kostet K\u00f6rner. Der Pump l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.. Ich setze mich ins Seil. Und dann \u00e4rgere ich mich. Es w\u00e4re nur ein kleiner Ruck n\u00f6tig gewesen, ein bisschen \u00dcberwindung, und der Sieg w\u00e4re mein gewesen. Die Sturzangst hat mich (mal wieder) erwischt, und zwar volle Breitseite. Wer kennt es nicht? Das ist verdammt frustrierend. Zu wissen, dass man physisch deutlich unter seinen M\u00f6glichkeiten klettert, weil der Kopf im Weg steht. Die Angst &#8211; Ein mieser Verr\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So ging es mir lange Zeit, und mit mir vielen anderen Klettern. Dir vielleicht?. Sonst w\u00fcrdest du diesen Artikel vermutlich nicht lesen. Was h\u00e4ltst du davon, wenn wir uns gemeinsam daran machen, unsere Sturzangst in den Griff zu kriegen? Du und ich. Geteiltes Leid ist schlie\u00dflich halbes Leid, oder so \u00e4hnlich. So sagt man zumindest.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm.jpg?resize=800%2C600&#038;ssl=1\" alt=\"Weiter Hakenabst\u00e4nde am N\u00fcrnberger Turm in W\u00fcrgau\" class=\"wp-image-5305\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?resize=2048%2C1536&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Wuergau-Nuernberger-Turm-scaled.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption>Weiter Hakenabst\u00e4nde am N\u00fcrnberger Turm in W\u00fcrgau<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines vorweg: An deiner Sturzangst zu arbeiten wird wirklich unangenehm. Aber es gibt wenige Baustellen, an denen zu schrauben dich so immens viel weiter an deine pers\u00f6nliche Bestleistung heran bringt, wie das Sturztraining. Irgendwann kommst du beim Klettern an einen Punkt, an dem du dich im Training einfach \u00fcber deine Grenzen hinaus pushen solltest, wenn du weiter Fortschritte machen willst. Und das geht nicht, ohne zu st\u00fcrzen. Es ist wie bei jedem anderen Sport auch. Und wie Wolfgang G\u00fcllich bereits erkannt hat, ist das Gehirn der wichtigste Muskel beim Klettern &#8211; Als solchen kannst du ihn auch trainieren. Das ist die gute Nachricht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Angst ist nat\u00fcrlich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also schauen wir uns am besten mal genauer an, was Angst eigentlich ist. Wie entsteht diese fiese kleine Stimme im Kopf, die uns davon abh\u00e4lt unser Potential auszusch\u00f6pfen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich um unser Reptiliengehirn. Es sch\u00fctzt uns vor potentieller Gefahr. Und das ist auch wirklich gut so, denn wenn es diese Stimme nicht g\u00e4be, w\u00e4ren du und ich vermutlich heute nicht hier, weil wir aus Furchtlosigkeit vor m\u00f6glichen Konsequenzen beim Stra\u00dfe \u00fcberqueren vor den n\u00e4chsten Bus gelaufen w\u00e4ren, da wir nicht links und rechts geschaut h\u00e4tten. Es ist also nicht sinnvoll, sich gegen seine Angst zu wehren. Man sollte sie als das wahrnehmen was sie ist. Ein wertvoller Schutzmechanismus, f\u00fcr den wir uns nicht verurteilen sollten. Jeder kennt den Respekt vor der Tiefe. Bei manchen ist er mehr und bei anderen weniger stark ausgepr\u00e4gt. Das ist alles. Und auch wenn du vielleicht das Gef\u00fchl hast, dass andere Kletterer in der Route \u00fcberhaupt nicht mit sich selbst k\u00e4mpfen m\u00fcssen und du dagegen ganz extrem, versichere ich dir: das Gras ist immer gr\u00fcner auf der anderen Seite. Der Unterschied ist, dass einige Kletterer gelernt haben, wie sie sich mit ihrer Angst auseinandersetzen k\u00f6nnen und sich so weiterentwickelt haben und manche noch nicht..<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Schritt auf dem Weg zum neuen Grad sollte also sein, zu akzeptieren, dass du dich vorm St\u00fcrzen f\u00fcrchtest. Wie mit allen anderen Gef\u00fchlen verh\u00e4lt es sich auch mit der Angst so, dass sie sich verst\u00e4rkt, je mehr du dich gegen sie wehrst. Du solltest nicht versuchen, dir einzureden, dass sie nicht da ist, denn sonst wird sie dich noch hartn\u00e4ckiger begleiten. Es ist sogar m\u00f6glich, dass du andernfalls eine Angst vor der Angst entwickelst. Ein sich selbst verst\u00e4rkender Kreis. Also merke: Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/rock-climbing-1283693.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"445\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/rock-climbing-1283693.jpg?resize=800%2C445&#038;ssl=1\" alt=\"Kletterpartner finden? So verpasst du keinen Tag Klettertag mehr!\" class=\"wp-image-4522\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/rock-climbing-1283693.jpg?resize=1024%2C570&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/rock-climbing-1283693.jpg?resize=300%2C167&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/rock-climbing-1283693.jpg?resize=768%2C427&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/rock-climbing-1283693.jpg?resize=800%2C445&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/rock-climbing-1283693.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption>Nat\u00fcrliche Angst vor der H\u00f6he<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Wissenschaft unterscheidet man zwischen Angst und Stress. Stress wird laut Fischer et al. definiert als eine Kraft, die auf einen K\u00f6rper einwirkt und so etwas in diesem hervorruft. Etwa eine Notfallreaktion. Die einwirkende Kraft wird Stressor genannt. Unter einer verst\u00e4rkten Belastung erh\u00f6ht sich laut Fischer et al die Nebennierenaktivit\u00e4t. Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin werden dadurch ausgesch\u00fcttet (Fischer et al: 2017. 52.). Dies wirkt sich auf die Atmung, Herzleistung und den Stoffwechsel aus. Die ber\u00fchmte fight-or-flight Reaktion wird hervorgerufen. Dieser Zustand bef\u00e4higt uns zu immensen physischen Leistungen. (Fischer et al: 2017. 53.). Angst bewahrt dich also nicht nur vor Dummheiten, sondern kann dich in gewissen Situationen auch st\u00e4rker machen. Nicht umsonst gibt es Leute, die diesen Zustand bewusst immer wieder suchen und dem Adrenalin hinterherjagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Einwirkung von (langanhaltenden und intensiven) Reizen von au\u00dfen (dem Stress), findet eine k\u00f6rperliche Anpassung statt. Auf die Alarmphase, in der Hormone ausgesch\u00fcttet werden, und die dazu dient, dass Stressoren beseitigt werden, folgt die Widerstandsphase, in der eine Adaption auf die einwirkenden Reize erfolgt, da kein K\u00f6rper dauerhaft in Alarmbereitschaft verweilen kann. Das bedeutet, dass deine Sturzangst nachlassen wird, wenn du dich ihr aussetzt (Selye: 1976. 72f. ). Ich wei\u00df, das willst du nicht h\u00f6ren. Es ist auch wirklich leichter gesagt, als getan. Aber wenn du deine Sturzangst in den Griff kriegen willst, wirst du um eines nicht herum kommen: Du musst st\u00fcrzen. Genau genommen: Oft. Sehr oft. So einfach ist das (tja, und doch so schwer). Aber ich versichere dir, aller Anfang ist schwer. Es gibt viele Dinge im Leben, auf die dieses Prinzip zutrifft. So auch aufs St\u00fcrzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/climb-173_1280.jpg?ssl=1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"960\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/climb-173_1280.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\" alt=\"Klettersturz: Allermeist halb so wild\" class=\"wp-image-5314\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/climb-173_1280.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/climb-173_1280.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/climb-173_1280.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/climb-173_1280.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption>Klettersturz: Allermeist halb so wild<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sturztraining<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist, dass du dich regelm\u00e4\u00dfig aussetzt. Du musst es nicht gleich \u00fcbertreiben (wir wollen deine armen Nerven nicht \u00fcberstrapazieren). Fang mit kleinen St\u00fcrzen an. Es reicht am Anfang, wenn du 1-2 St\u00fcrze pro Trainingseinheit einbaust (wenn du willst nat\u00fcrlich gerne auch mehr), aber du solltest aufpassen, dass du dich nicht negativ konditionierst. Das hei\u00dft, du solltest nicht gleich einen 5 Meter Sturz hinlegen, sondern erst mal auf Brust- oder H\u00fcfth\u00f6he \u00fcber der letzten eingeh\u00e4ngten Exe loslassen. Manchen Menschen hilft es, wenn sie mit der flachen Hand an die Kletterwand schlagen, um sich so dazu zu \u00fcberwinden, die H\u00e4nde zu l\u00f6sen. Wichtig ist, dass du zu Beginn alles mit deinem Seilpartner* absprechen solltest, damit es zu keinen unangenehmen \u00dcberraschungen kommt. Du solltest genau sagen, wie weich (oder eben nicht) du gesichert werden willst, damit dein Vertrauen keine Risse bekommt. Grunds\u00e4tzlich gilt, dass das Verletzungsrisiko geringer ist, je weicher du gesichert wirst, aber daf\u00fcr ist der Sturz auch l\u00e4nger. Es gilt hier abzuw\u00e4gen, das ist deine eigene Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn dein Sicherer* schwerer ist als du und du beim St\u00fcrzen lieber etwas sanfter im Gurt ankommen m\u00f6chtest, solltest du darum bitten, dass du im Falle des Sturzes aktiv gesichert wirst. Das bedeutet, der Sichernde* sollte einen Schritt nach vorne auf die Wand zu gehen, um die Sturzenergie etwas abzupuffern, damit du weich ins Seil f\u00e4llst. Wenn du dagegen leichter bist, als die kletternde Person und diese im unteren Wandbereich aus der Route f\u00e4llt, solltest du dich als Sicherer* nach hinten ins Seil werfen, um das Schlappseil zu reduzieren, damit der Sturz nicht zu tief wird und ein Verletzungsrisiko so minimiert wird. Das ist am Anfang alles viel auf einmal zu beachten, aber \u00dcbung macht den Meister*. Falls das mit dem weich Sichern mal nicht so gut klappt, solltest du (wie bei jedem anderen Sturz auch) darauf vorbereitet sein, die Sturzenergie beim Aufprall an der Wand abzufangen, in dem du die Beine angewinkelt nach vorne vor dir in Stellung bringst. Dann hei\u00dft es reagieren. Aber keine Sorge, das passiert meist ziemlich instinktiv. So, wie wenn du auf der Treppe stolperst und dich abf\u00e4ngst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/VideoCapture_20190920-194403-01.jpeg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/VideoCapture_20190920-194403-01.jpeg?resize=800%2C600&#038;ssl=1\" alt=\"Respekt 9+\/10- am Rolandfels im Frankenjura\" class=\"wp-image-4904\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/VideoCapture_20190920-194403-01.jpeg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/VideoCapture_20190920-194403-01.jpeg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/VideoCapture_20190920-194403-01.jpeg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/VideoCapture_20190920-194403-01.jpeg?w=1965&amp;ssl=1 1965w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/VideoCapture_20190920-194403-01.jpeg?w=1600&amp;ssl=1 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption>Hier sollte bei einem Sturz nicht viel passieren (Respekt 9+\/10- am Rolandfels im Frankenjura)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vertrauen ist beim Klettern und St\u00fcrzen unabdinglich. Wenn du das Gef\u00fchl hast, dass dein Seilpartner* dich nicht gescheit sichert, steht das Sturztraining unter keinem guten Stern. Du bist schlie\u00dflich in einer Situation, in der du dich und deine Sicherheit in die H\u00e4nde einer anderen Person begibst und ohne Vertrauen l\u00e4uft das nicht. Im Zweifelsfall besprich, was dich st\u00f6rt und hoffe auf Besserung, oder such dir jemanden, bei dem du dich wohl f\u00fchlst. Sonst wird\u2019s unangenehm und unter Umst\u00e4nden verschlimmert sich deine Sturzangst durch Negativerlebnisse. Das wollen wir nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorsicht vor R\u00fcckschl\u00e4gen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn soweit alles passt und du schon einige kleinere Hopser hingelegt hast, kannst du die Frequenz und die H\u00f6he der St\u00fcrze langsam steigern. Wichtig ist, dir nicht zu viel zuzumuten. Wenn man hier zu viel zu schnell will und sein Bauchgef\u00fchl ignoriert, tritt die oben erw\u00e4hnte negative Konditionierung ein. Du verbindest schlechte Gef\u00fchle mit dem Sturztraining und versuchst ihnen mit Sturztraining zu begegnen, wodurch du noch schlechtere Gef\u00fchle entwickelst und so weiter. Am Ende dr\u00fcckst du dich in deinen Trainingseinheiten immer \u00f6fter und irgendwann ganz vorm Sturzteil. Ein Teufelskreis entsteht. Das ist nicht sinnvoll. Hab Geduld mit dir selbst. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Kletterhalle an den hohen W\u00e4nden solltest du dich wenn m\u00f6glich nicht vor dem vierten-f\u00fcnften eingeh\u00e4ngten Haken fallen lassen (wobei es hier nat\u00fcrlich auf den Gewichtsunterschied zwischen dir und deinem Seilpartner* ankommt). Es ist au\u00dferdem gut, wenn du dir eine Route aussuchst, die leicht \u00fcberh\u00e4ngt, da du so ins Leere f\u00e4llst und das Verletzungsrisiko so minimierst. Wenn dir die H\u00f6he sehr zusetzt und du dich einfach nicht \u00fcberwinden kannst, dich ins Seil zu schmei\u00dfen, hilft es dir vielleicht, wenn du in die n\u00e4chste Boulderhalle f\u00e4hrst und dort von einer H\u00f6he abspringst, in der du dich wohl f\u00fchlst. Hier kannst du dich schrittweise steigern und bist <em>selbst <\/em>verantwortlich daf\u00fcr, wie du am Boden aufkommst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Womit wir beim n\u00e4chsten Punkt sind. Viele Menschen haben keine Angst vor dem Sturz an sich, sondern vor dem damit verbundenen Kontrollverlust. Das kannst du in den Griff kriegen, in dem du \u00fcbst dynamisch zu st\u00fcrzen (d.h. aus der Bewegung heraus. Du visierst mit der Hand einen Punkt an der Kletterwand oberhalb des n\u00e4chsten Griffes an und ziehst dynamisch an, so dass deine Hand ins Leere trifft. Es folgt der Sturz ins Seil oder auf die Matte). Diese Art des Sturztrainings ist deutlich effektiver, als das blo\u00dfe Loslassen, weil es dem tats\u00e4chlichen Sturzerleben in der Realit\u00e4t n\u00e4her kommt und du dich so eher an diese Situation und die damit verbundenen Gef\u00fchle gew\u00f6hnst. Alternativ kannst du auch einfach eine leichtere Route hochklettern, bis du einen sicheren Haken in einer ausreichenden H\u00f6he erreicht hast, so dass ein Bodensturz ausgeschlossen ist und dann in eine benachbarte Route wechseln, die deutlich \u00fcber deinem Limit liegt, so dass du auf jeden Fall st\u00fcrzen wirst. Wenn dein Partner* und du ein eingespieltes Team seid, kann es hilfreich und unterhaltsam sein, wenn ihr euch Sturzspiele ausdenkt. Zum Beispiel muss sich derjenige*, der am Klettern ist, auf ein Kommando des Sichernden* ins Seil st\u00fcrzen o.\u00e4. Auch so setzt du dich dem Gef\u00fchl des Kontrollverlustes aus, weil du nicht selbst \u00fcber den Zeitpunkt des Sturzes entscheidest und unvorbereitet darauf bist, was langfristig n\u00f6tig ist, um besser zu werden. Es gibt vieles im Leben, das wir nicht kontrollieren k\u00f6nnen, was au\u00dferhalb unseres Einflussbereiches liegt (zum Beispiel die Schwerkraft). Und das ist in Ordnung so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tatsache, ob sich ein Mensch in einer Situation gestresst f\u00fchlt oder nicht, h\u00e4ngt mit seiner Erwartungshaltung zusammen. Dies ist der Grund daf\u00fcr, dass zwei verschiedene Personen in einer objektiv gleichen Situation unterschiedlich reagieren. Deine eigene Bewertung der \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde ist also ganz entscheidend daf\u00fcr, ob du dich bedroht oder herausgefordert f\u00fchlst und damit auch, ob dir der Durchstieg gelingt oder nicht. Je negativer du eine Situation bewertest und je mehr du ein Gef\u00fchl des Kontrollverlustes versp\u00fcrst, desto gestresster wirst du dich beim Klettern f\u00fchlen. Es ist die Unvorhersagbarkeit einer Situation, die uns in einen Geisteszustand man\u00f6vriert, in dem nichts mehr geht (Fischer et al.: 2017: 52ff). Dem kannst du entgegen wirken, in dem du dir den Sturz gedanklich ausmalst. Es ist wie beim Visualisieren eines harten Boulderproblems oder einer Sportkletterroute an deinem Limit: Durch das repititive Durchspielen des Sturzes kann es dir leichter fallen, den Sturz in der Realit\u00e4t durchzuf\u00fchren, weil du ihn quasi immer wieder erlebt hast &#8211; zumindest so was wie. Ein Hoch auf die Spiegelneuronen!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1030369-G.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1030369-G.jpg?resize=800%2C600&#038;ssl=1\" alt=\"F\u00fcrs Klettern mit Seil braucht m,an zuverl\u00e4ssige Partner\" class=\"wp-image-4118\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1030369-G.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1030369-G.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1030369-G.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1030369-G.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/P1030369-G.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption>F\u00fcrs Klettern mit Seil braucht man zuverl\u00e4ssige Partner<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir werden also \u00e4ngstlich, wenn wir uns einer Situation ausgesetzt f\u00fchlen, in der wir uns als bedroht einsch\u00e4tzen, in der wir aber das Gef\u00fchl haben, nicht angemessen reagieren zu k\u00f6nnen. Hier kommt der wichtigste Punkt, an dem du schrauben musst, wenn du deine Sturzangst angehen willst: Glaube an dich. Es klingt banal (ist es auch). Aber du musst st\u00fcrzen lernen <em>wollen!<\/em> Und auch davon \u00fcberzeugt sein, dass du dieser Herausforderung gewachsen bist. Wenn du das schaffst, ist der Drops schon halb im Sack. \u00c4hh\u2026die Katze gelutscht. Naja, du wei\u00dft was ich meine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorstellung eines Sturzes ist oft deutlich angsteinfl\u00f6\u00dfender, als der Sturz an sich. Der ist schneller vorbei, als du blinzeln kannst und dann h\u00e4ngst du schon im Seil und schaust verdutzt aus der W\u00e4sche. Es ist wirklich alles halb so wild. Jeder*, wirklich <em>jeder*<\/em> hat das Potential \u00fcber sich selbst herauszuwachsen und seine mentalen Grenzen zu verschieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du wirst dir selbst einen Gefallen damit tun, wenn du das Sturztraining nicht als etwas unangenehmes betrachtest, sondern als eine M\u00f6glichkeit siehst, etwas \u00fcber dich selbst zu lernen. Denn seien wir mal ehrlich. Es ist einfach ein notwendiges \u00dcbel. Du wirst als Kletterer* nicht darum herum kommen, also kannst du es dir wenigstens sch\u00f6n reden, oder? Manchen Menschen hilft es, wenn sie sich ein Mantra zulegen, um sich in ausgesetzten Situationen zu beruhigen. Zum Beispiel wie Pete Whitaker, der sich mit \u201eToprope\u2026Toprope, Toprope, Toprope\u201c in einer haarstr\u00e4ubenden Situation beim Klettern im Gritstone tr\u00f6stete, als es kein Zur\u00fcck f\u00fcr ihn gab und ein Bodensturz im Falle des Scheiterns unausweichlich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist dein Problem aber eben auch einfach die Angst vor dem Scheitern? Ich glaube, dass viele Menschen die Sturzangst und die Angst davor, mit den eigenen (ungeliebten) Grenzen konfrontiert zu werden miteinander verwechseln. Und sich deshalb lieber ins Seil setzen, statt den schweren Zug zu probieren, denn wenn man etwas nicht versucht, kann man auch nicht daran scheitern. Dann solltest du dir bewusst machen, dass wir ohne Fehler nicht dazu lernen. Wer besser werden will, muss bereit sein zu scheitern, denn sonst tritt man dauerhaft auf der Stelle. Wachstum findet au\u00dferhalb der Komfortzone statt. Oder glaubst du, Silence wurde ohne einen Sturz durchstiegen?.. Nein. Siehst du? Da bei\u00dft sich die Katze in den Schwanz. Was wir also zu Hause vorm Bildschirm sehen, suggeriert den Eindruck, dass Klettern nur aus einer Reihe von Durchstiegen besteht und andere deutlich talentierter und erfolgreicher sind, als wir selbst. Fakt ist: Klettern am Limit besteht zu 95% aus Scheitern und Fallen und dem Lernen daraus. Was wir zu Hause sehen sind die restlichen 5%. Das jahrelange Training und die hunderte St\u00fcrze und Fehlschl\u00e4ge, das Blut und der Schwei\u00df, die dem Send vorausgingen, sehen wir nicht. Die Wahrheit ist: Beim Klettern gibt es nichts geschenkt. Denn von nichts kommt nichts. Wie auch beim physischen und technischen Training ist der mentale Aspekt des Klettertrainings ein Prozess. Und als solcher wird er nie beendet sein. Es wird immer etwas geben, was wir dazulernen k\u00f6nnen. Wir d\u00fcrfen nie damit aufh\u00f6ren zu versuchen, besser zu werden und uns weiterzuentwickeln, denn wer denkt, dass er* etwas ist, h\u00f6rt auf, etwas zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">St\u00fcrzen zur Regelm\u00e4\u00dfigkeit machen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ziel ist es daher, das Sturztraining zu einem festen Bestandteil deiner Klettereinheiten zu machen. Es kommt hier nicht auf den Umfang, sondern die Regelm\u00e4\u00dfigkeit an. Wie bei anderen Muskeln ist es leider auch beim Gehirn so, dass es sich zwar schnell adaptiert, aber sich von der Ausgesetztheit beim St\u00fcrzen auch schnell wieder entw\u00f6hnt, wenn du aufh\u00f6rst, dich dieser Erfahrung auszusetzen. Viele erfahrenere St\u00fcrzer* nutzen die M\u00f6glichkeit, den Umlenker in der Halle nicht einzuh\u00e4ngen und den letzten Hakenabstand am oberen Ende als unausweichlichen Sturz nach jeder beendeten Kletterroute in ihr Training zu integrieren. Das ist aber nur ein Gedankenansto\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was du beim St\u00fcrzen au\u00dferdem unbedingt beachten solltest: Greif auf dem Weg nach unten nicht ins Seil. Tu es nicht. Ernsthaft. Etwas in der Hand zu halten vermittelt dir ein falsches Gef\u00fchl von Sicherheit, kann aber zu verdammt \u00fcblen Verletzungen f\u00fchren. Wenn du dir das Seilgrabbing erstmal angew\u00f6hnt hast, ist es sauschwer es dir wieder abzugew\u00f6hnen. Achte bewusst darauf, die H\u00e4nde zur Seite zu strecken oder die Faust zu ballen, wenn du f\u00e4llst, dann passiert dir nichts. Au\u00dferdem solltest du aufpassen, dass du immer gut stehst und dein Bein sich nicht hinter dem Seil befindet, wenn du drauf und dran bist, dich fallen zu lassen oder du merkst, dass dir die Arme zulaufen. Andernfalls kannst du durch das Seil auf dem Weg nach unten herumgerissen werden, so dass du mit dem Kopf zuerst f\u00e4llst. Auch das ist etwas, was man unbedingt wissen und vermeiden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammenfassend ist zu sagen, dass Sturzangst und Stressmanagement wie so oft im Leben eine Frage des Mindsets sind. Und das hast du selbst in der Hand. Gefahr ist sehr real, aber mal ehrlich, ist Sturztraining in der Halle bei den Hakenabst\u00e4nden, mit moderner Technik, Partnercheck und allem drum und dran wirklich gef\u00e4hrlich? Wenn du alles beachtest und du und dein Seilpartner* euch verantwortungsvoll verhaltet wohl kaum. Sonst w\u00fcrde es sicher nicht so viele Verr\u00fcckte geben, die in Scharen in die Kletterhallen str\u00f6men. Die sind ja nicht alle nicht bei sich.. oder? (naja..vielleicht ein bisschen \ud83d\ude42 ).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4u\u00dfere Sturzbedingungen im Auge haben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich musst du dich drau\u00dfen am Fels umsichtiger verhalten und dir der Risiken bewusst sein. Das ist was anderes als in den Hallen. Du solltest vorm Sturz einen Blick nach unten auf den Sturzraum werfen, damit du die Sturzrichtung g\u00fcnstig beeinflussen kannst. Au\u00dferdem solltest du versuchen, immer kurz vor einem unkontrollierten Sturz los zu lassen und dich von der Wand wegdr\u00fccken oder leicht nach hinten springen, damit du auf keinen spitzen Felsvorspr\u00fcngen landest. Und du solltest einen guten Haken von einer alten Rostgurke unterscheiden lernen. Aber viele Kletterg\u00e4rten werden auch drau\u00dfen sehr gut betreut und regelm\u00e4\u00dfig gewartet. Wenn dir das zu unsicher ist, kannst du dir immer noch Cams und Keile besorgen und lernen, Routen, die dir ein mulmiges Gef\u00fchl geben, zus\u00e4tzlich mit deinem eigenen Material abzusichern. Da wei\u00dft du schlie\u00dflich, was du gelegt hast und woran du bist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du siehst also, du solltest dich nicht von deiner Angst einschr\u00e4nken lassen, aber eben doch auf sie h\u00f6ren, um reale Gefahr und gesunden Respekt gegeneinander abzugrenzen zu k\u00f6nnen. Und dich nat\u00fcrlich entsprechend verhalten, so dass du noch lange Spa\u00df am Klettern haben wirst. Spring \u00fcber deinen Schatten. Du wirst dich gro\u00dfartig f\u00fchlen, wenn du erst mal den n\u00e4chsten Grad geknackt hast, weil du gelernt hast, wie du deine Angst konstruktiv nutzen kannst und deine Projekte zum Fallen bringst. Das Selbstvertrauen, das du dadurch gewinnen wirst, dass du dich von deinen eigenen (auferlegten) Grenzen nicht aufhalten l\u00e4sst, wird dich auch in anderen Lebensbereichen voran bringen. Zuk\u00fcnftigen Herausforderungen kannst du dich so getrost stellen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/eye-bolt-56401_1920.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/eye-bolt-56401_1920.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\" alt=\"\" data-id=\"5309\" data-link=\"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/?attachment_id=5309\" class=\"wp-image-5309\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/eye-bolt-56401_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, 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href=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/bucket-hook-56407_1920.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/bucket-hook-56407_1920.jpg?fit=800%2C600&amp;ssl=1\" alt=\"\" data-id=\"5310\" data-link=\"https:\/\/www.target10a.com\/magazin\/?attachment_id=5310\" class=\"wp-image-5310\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/bucket-hook-56407_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/bucket-hook-56407_1920.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.target10a.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/bucket-hook-56407_1920.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, 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\/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Hier wird es kritisch<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Gute und Schlechte Haken<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Sturztraining gilt wie f\u00fcr das Klettern auch, dass es gute und schlechte Tage gibt. Setzt dich nicht unter Druck. Je schneller du Fortschritte gemacht hast, desto gr\u00f6\u00dfer sind wom\u00f6glich deine Erwartungen an deine Session und desto schlechter kann es laufen (Wer kennt das nicht? Die besten Trainingsstage sind in der Regel die, an denen man die geringsten Anspr\u00fcche an die eigene Leistung stellt und einfach nur Spa\u00df am Klettern und der Bewegung hat). Denn je mehr du dir von etwas versprichst, desto gr\u00f6\u00dfer kann die Diskrepanz zwischen der Realit\u00e4t und deiner Vorstellung ausfallen und desto gr\u00f6\u00dfer kann die Entt\u00e4uschung sein, wenn es mal nicht so rund l\u00e4uft. Sei dann auf jeden Fall nett zu dir \u2013 bessere Tage werden folgen. Fortschritt ist nicht linear. Das gilt auch f\u00fcrs Mentaltraining. Du wirst nie an dem Punkt sein, an dem du sagen kannst, dass du deine Sturzangst dauerhaft \u00fcberwunden haben wirst (au\u00dfer deine Amygdala funktioniert nicht so, wie beim Rest von uns und du bist kaltschn\u00e4uzig wie Alex Honnold. Soll es ja geben.). So bald du aufh\u00f6rst, dich dem St\u00fcrzen auszusetzen, wird auch deine Angst wieder an Macht \u00fcber dich gewinnen. Andererseits wirst du, je \u00f6fter du dich dem Fallen aussetzt, auch immer souver\u00e4ner in der Wand agieren k\u00f6nnen, obwohl du die Hosen voll hast. Und das ist das eigentliche Ziel des Sturztrainings. Deine Angst annehmen, ihr Raum geben und trotzdem in der Lage sein, \u00fcber deine Grenzen zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klettern und St\u00fcrzen sind zwei Seiten einer Medallie. Ebenso Erfolg und Misserfolg. Beides funktioniert nicht ohne einander. Insofern kann es auch kein Wachstum ohne R\u00fcckschl\u00e4ge geben. Daher: Bewahre die Ruhe, wenn du mal ein Plateau erreicht hast und du das Gef\u00fchl hast, dass es nicht weiter geht. Versuche, in dich reinzuh\u00f6ren und \u00fcberlege dir, woran es liegen k\u00f6nnte. Nur wer sich selbst kennt, kann an sich arbeiten. Suche L\u00f6sungen und vor allem: Gib nicht auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinne w\u00fcnsche ich dir viel Erfolg beim Fallen. Und vergiss nicht: Es gibt nichts Gutes, au\u00dfer man tut es!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fischer, P., H. W. Krohne. (2017). Angst und Furcht. Philosophie und Psychologie im Dialog: 16. Vandenhoeck &amp; Ruprecht. G\u00f6ttingen. 49ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selye, H. (1976). The stress of life. (rev. ed.). New York. 72f.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwecks der besseren Lesbarkeit wurde auf das Ausschreiben weiterer Pronomen verzichtet, sie sind in diesem Text mit * gekennzeichnet. 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