Herzmuskelentzündung: Lebensgefahr durch Training mit Erkältung

Das Thema ist zwar nicht neu, aber dennoch wert jährlich wiederholt zu werden: Bei Training mit Erkältung droht eine Herzmuskelentzündung oder sogar der Tod. Die meisten, die mit einem Schnupfen weiter trainieren, sind sich dieser Gefahr nicht bewußt. Leider gibt es auch viele Todesfälle unter bekannten Sportlern. So wurde 2009 der 26 jährige 800-m-Läufer René Herms tot in seiner Wohnung aufgefunden. Eine Obduktion ergab als Todesursache eine Herzmuskelentzündung.

Jeder Sportler, ob Hobby- oder Profi befindet sich dann und wann in der Situation ein leichtes Schwächegefühl zu haben. Der Beginn einer Erkältung. Der Hals beginnt zu kratzen und die Nase läuft, aber eigentlich steht heute eine wichtige Einheit auf dem Trainingsplan.

Viele trainieren weiter

Viele entscheiden sich aber gegen ein möglicherweise ungutes Gefühl und für ein „Das wird schon gut gehen“, so schlecht fühle ich mich gar nicht. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse kam zu dem Ergebnis, dass mehr als jeder dritte Sportler (35 Prozent) trotz Erkältung weiter trainiert. 60 Prozent von ihnen würden sich dabei auch mit Arzneimitteln auf die Sprünge helfen. Besonders die jüngeren Sportler zwischen 18 und 25 Jahren lassen sich durch eine Erkältung nicht bremsen: Nur jeder Zweite (50 Prozent) legt eine Sportpause ein, um den Infekt komplett auszukurieren.

Training mit Schnupfen, Husten und Halskratzen oder gar Fieber ist riskant. Auch wenn es sich nur um einen leichten Schnupfen handelt oder der Hals kratzt, ist der Körper angeschlagen und muss sich gegen die Angriffe wehren. Wir haben nur ein Immunsystem und bei Erkältung braucht es alle Kraft, um dem Körper Heilung zu verschaffen. Eine zusätzliche Belastung durch eine Kraft- oder Ausdauereinheit überfordert das Immunsystem, es muss an zwei Fronten kämpfen. Die Folge ist meistens, dass du beim Training nicht den gewünschten Trainingseffekt bekommst oder deine Leistung nicht abrufen kannst. Zusätzlich kann der „kleine“ Schnupfen verschleppt werden. Dies kann dann zu einer ausgewachsenen Erkältung oder gar zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führen. Im schlimmsten Fall legt sich die Krankheit aufs Herz.

Herzmuskelentzündung

Stichwort Herzmuskelentzündung. Als Myokarditis bezeichnen Ärzte eine Entzündung des Herzmuskels, welche in erster Linie durch Viren hervorgerufen wird. Nicht selten wird eine Herzmuskelentzündung gar nicht oder zu spät diagnostiziert, da eine Mitbeteiligung des Herzens bei einem grippalen Infekt nicht vermutet oder übersehen wurde. Dies führt meist zu einer sehr langen Sportpause, um das Herz wieder zu heilen. Im schlechtesten Fall kann eine Herzmuskelentzündung sogar zum Tod führen. Die Liste …

Das heißt jetzt aber nicht, sobald du einmal niest, ab ins Bett und keinen Schritt mehr. Du solltest auf deinen Körper hören. Wenn du dich schlapp fühlst, der Hals kratzt und die Nase nicht nur durchsichtiges Sekret ausscheidet, dann ist für die nächsten zwei, drei Tage eine körperliche Anstrengung zu vermeiden. Denn hinter Halsschmerzen etwa könnte sich eine Angina (Mandelentzündung) verbergen, deren Erreger (meist Bakterien) auch Erkrankungen der Nieren, Gelenke oder sogar eine Herzmuskelentzündung hervorrufen können.

Ein Spaziergang an der frischen Luft, gerne auch länger, ist bei richtiger Kleidung aber kein Problem. Wenn du dich dann wieder besser fühlst und die Symptome abgeklungen sich, lass es langsam angehen, nicht dass es einen Rückfall gibt, der dann häufig noch stärker ausfällt. Leichtere Boulder, nur walken, nicht joggen. Oder das Training zeitlich reduzieren. Und wenn es sich doch noch nicht so gut anfühlt, muss eben noch ein Tag Pause mehr sein.

Vorsicht bei Grippe und Fieber

Bei grippalen Infekten, die mit Fieber einhergehen ist sofortige Ruhe und Schonung zwingend. Auch nach dem Verschwinden der Krankheitssymptome ist hier eine längere Erholungsphase zu raten. Dann solltest du dich langsam wieder an deine Leistung herantasten.

Bei alledem, ist Training natürlich nicht gleich Training und Athlet nicht gleich Athlet. Aber auf den Körper ist unbedingt zu hören. Wer im Wettkampftraining steht und keine Pause einlegen kann, sollte mit einem Sportmediziner sein Dilemma besprechen. Der hat meistens Verständnis und sagt dir, ob und wie viel Training noch vertretbar ist.

Quellen:

http://www.tk.de/tk/a-z-navigation/e/trotz-erkaeltung-zum-sport-10004314/537754
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/247199/umfrage/sport-treiben-bei-erkaeltung–umfrage/
http://www.fitforfun.de/beauty-wellness/gesundheit/sportunderkaeltung/leichte-erkaeltung_aid_1656.html
http://www.welt.de/sport/fitness/article148069022/Sport-mit-Erkaeltung-ist-lebensgefaehrlich.html
http://www.derwesten.de/sport/laufen/warum-erkaeltungen-fuer-laeufer-gefaehrlich-sein-koennen-id814990.html
http://www.netzathleten.de/gesundheit/ratgeber-gesundheit/item/26-herzmuskelentzuendung-toedlicher-schnupfen
http://www.team-andro.com/myokarditis.html

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Ein Gedanke zu „Herzmuskelentzündung: Lebensgefahr durch Training mit Erkältung

  • 8. Januar 2017 um 14:51
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    Im Zweifel ist am ehesten noch ein kleines Griffbretttraining möglich. Das soll aber kein Tipp sein!!

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