Kraftausdauer #4: Mehr Maximalkraft = Mehr Kraftausdauer

Mehr Maximalkraft = Mehr Kraftausdauer!?

Im Beitrag Nr. 2 über die Kraftausdauer wurde gesagt, dass ab der Verwendung von ca. 20% der Maximalkraft, der Blutfluss im Muskel so langsam beeinträchtigt oder abgeschnürt wird. Das hat eine ganz interessante Konsequenz: Und zwar, wenn man seine Maximalkraft steigert, steigert sich auch automatisch der Grundlevel der Kraftausdauer!

Durch das verschieben der 20% Maximalkraft-Grenze nach oben, können wir die anaerobe Energiebereistellung für die Kraftausdauer immer weiter nach hinten hinauszögern.

Kraftausdauer: Hier kann man für (fast) ewig hängen.
Kraftausdauer: Hier kann man für (fast) ewig hängen.

Ein kurzes Beispiel:

  • Nehmen wir einen Kletterer mit 70Kg Körpergewicht
  • 20% davon sind 70Kg
  • 100% entsprechen demnach 350Kg

Um also insgesamt auf 350Kg zu kommen, müsste dieser Kletterer mit 280Kg Zusatzgewicht an einem Griff hängen können. Angenommen er würde das schaffen, dann könnte er ohne Zusatzgewicht an genau diesem Griff, über die ausschließlich aerobe Energiebereitstellung, für sehr sehr lange Zeit hängen. Natürlich nicht für ewig, aber solange wie das individuelle aerobe System arbeitet doch für eine Stunde oder länger!

Auch wenn das Beipiel sehr theoretisch klingt – es ist dennoch so, dass das steigern der Maximalkraft auch den Grundlevel der Kraftausdauer erhöht!

Diesen interessanten Aspekt sollte man zumindest im Hinterkopf behalten!

An dieser Stelle noch ein realistisches Beispiel:

  • Kletterer mit 70Kg Körpergewicht
  • kann einen einarmigen Deadhang an einem 4-Finger-Loch für ca. 3 Sekunden
  • dementsprechend kann er den Griff gleicher Größe unter 14Kg dauerhaft (im aeroben Bereich ) belasten
  • In senkrechter Kletterei mit entsprechenden Tritten und Griff ist das Szenario durchaus realistisch!

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