Kletterverletzung: Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) im Fingergrundglied und Fingermittelglied

Bei der Sehnenscheidenentzündung im Fingergrundglied und Fingermittelglied handelt es sich um die häufigste Überlastungserscheinung beim Bouldern und Sportklettern.*

Da ich leider viel Erfahrung mit dieser Art von Verletzung habe, möchte ich an dieser Stelle über den besten Umgang damit berichten. Ich hatte tatsächlich schon an beiden Ring- und Mittelfingern diese Beschwerden in unterschiedlichen Stadien. Wer mich kennt, hat mich die letzten zwei Jahre nicht ohne mindestens ein Tape an einem dieser Finger gesehen.

Es handelt sich im folgenden Text NICHT um eine Sehnenscheidenentzündung in der Beuge- oder Streckerseite des Unterarms!

Diagnose

Lokalisierung
Lokalisierung

Eine Sehnenscheidenentzündung in den Grund- und Mittelglieder der Finger zeichnet sich durch stumpfe, ziehende, manchmal auch stechende Schmerzen an der Unterseite der Finger aus. Durch Druck auf diese Stellen steigert sich der Schmerz. Außerdem ist das entzündete Ringband angeschwollen und kann durch Tasten gespürt werden. Betroffene Finger sind hauptsächlich Mittel- und Ringfinger.

Zu Beginn der Belastung treten schnell entsprechende Schmerzen auf. Diese können im Laufe des Klettertages auch wieder abnehmen. Die verantwortliche Griffform für diese Problematik, sind das Aufstellen der Finger an kleinen Leisten. Dadurch wird die Sehne zum Bewegen des Fingers so stark umgelenkt, dass eine sehr ungünstige Belastung auf die Ringbänder wirkt. Ich vermute, dass anatomische, bzw. biomechanische Umstände die Anfälligkeit für diese Art von Verletzung bei mir verstärken.

Eine Sehnenscheidenentzündung darf aber nicht mit einem Ringbandriss verwechselt werden. Es gibt Überschneidungen bei den Symptomen. Wer sicher gehen will, sollte eine Ultraschalluntersuchung machen lassen. Der erfahrene Sportler sollte aber aber auch eine Eigendiagnose machen können. Schließlich liegt bei einer Sehnenscheidenentzündung kein direkter Verletzungsvorfall, wie bei einem Ringbandriss vor. Bei einem Ringbandriss ist ein Schnalzen oder Krachen im Moment des Unfalls zu hören. Zum Beispiel beim Fixieren einer kleinen Leiste oder beim Sturz, Hängenbleiben eines Fingers usw.

Die Sehnenscheidenentzündung bahnt sich also eher langsam an und wird dann von Einheit zu Einheit schlimmer. Werden die Schmerzen bei derartigen Symptomen ignoriert, kann sich aus dem akuten Stadium, das noch gut in den Griff zu bekommen ist, eine chronische Entzündung entwickeln.

Erstes Maßnahmenpaket in Phase Eins

Mit den ersten fünf Maßnahmen, welche im Folgenden beschrieben werden, kann man eine Sehnenscheidenentzündung schon gut in den Griff bekommen. Eine Kletterpause ist zu Beginn nicht unbedingt notwendig. In dieser ersten Phase hat man meist nur leichte oder mittlere Schmerzen. Die Schmerzen treten nur bei bestimmten Griffformen auf und werden im Laufe der Klettereinheit weniger. Es gibt keinen nennenswerten Kraftverlust durch die Schmerzen.

  • Tapen
  • Leichtes Massieren (Bürstenmassagen)
  • Kühlen
  • Schonung
  • Entzündungshemmende Medikamente

Folgendes sollte vermieden werden:

  • Greifen von Henkeln mit der entzündeten Stelle
  • Greifen von dünnen Stangen wie Klimmzugstangen oder Hantelstangen
  • Querfriktionsmassage

Tapen

Ein dünnes und ein X Tape
Ein dünnes und ein X Tape

Die erste, und meiner Meinung nach wichtigste Maßnahme, ist das Tapen des Fingers. Richtig getaped lassen sich die Kräfte auf die Ringbänder deutlich reduzieren. Dabei haben sich immer zwei Tapes am Finger bewährt: Ein gekreuztes um das Mittelgelenk und ein sehr schmales direkt am Handflächenansatz, in der Mitte des Fingergrundgliedes. Diese Tapes sollten zudem sehr straff getaped werden. Auch wenn es zuerst das Blut abzuschnüren scheint. Durch die Bewegungen und der Belastung beim Greifen der Finger lässt die Stabilität der Tapes deutlich nach.

Tapes am betroffenen Finger
Tapes am betroffenen Finger

Wichtig: Immer beide Tapes am Finger anlegen., auch wenn nur das Grundglied des Fingers betroffen ist. Durch das Tapen des Mittelgelenks wird die Beugesehne des Fingers besser umgelenkt, so dass die Reibung in allen Ringbändern geringer ist. Erst wenn keine Schmerzen mehr spürbar sind, kann ein Tape für den Übergang zur völligen Tapefreiheit weggelassen werden.

Leichtes Massieren

Nach dem Klettern und zwischen den Klettertagen kann hin und wieder leichtes Massieren der betroffenen Stellen mit dem Daumen zu Stoffwechselbeschleunigung beitragen. Allerdings sollte nur mit leichtem Druck die Haut über dem Ringband bewegt werden. Es sollte keine Schmerzen verursachen. Sonst bewegt man sich eher im Rahmen einer Querfriktionsmassage und die ist kontraproduktiv, wie weiter unter ausgeführt wird.

Kühlen

Kühlen des Fingers
Kühlen des Fingers

Direkt nach dem Klettern, oder auch zwischendurch, ist das Kühlen mit einem Kühlbeutel oder ähnlichem sehr wirksam. Die Schwellung und der Schmerz gehen nicht nur kurzfristig zurück. Allerdings ist aufzupassen, dass man sich beim Versuch die entzündete Stelle zu kühlen, keine Erfrierungen an benachbarten Stellen der Haut holt. Mir ist das zumindest schon passiert. Am besten schützt man benachbarte Finger und auch den Rest des Fingergliedes mit Stoff.

Schonung

Zu den ersten drei Maßnahmen sollte auch überlegt werden, den Kletterumfang für eine Zeit zu reduzieren. Zumindest in dem Sinne, dass, wenn man sich sowieso nicht sicher ist, ob man heute wieder für eine Einheit fit ist, dann kann man die Pause lieber einen Tag verlängern.

Mit Schonung ist aber auch gemeint, dass man bestimmte Griffe beim Bouldern meidet. Zum Beispiel kleine Leisten, die mit aufgestellten Fingern genommen werden müssen. Aber auch große Henkel sind eine Gefahr! Diese sollten nur so gegriffen werden, dass die entzündete Stelle nicht auf der Kante des Griffes aufliegt. Zum Beispiel greift man den Griff nur mir den vorderen Fingergliedern.

Entzündungshemmende Medikamente

Entzündungshemmer wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac
Entzündungshemmer wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac

Wer will kann zusätzlich noch versuchen mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac zu experimentieren. Während des akuten Stadiums können diese Medikamente zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen Sinn machen. Im chronischen Stadium haben diese Medikamente, zumindest bei mir, höchstens noch kurzfristige, schmerzlindernde Wirkung erzielt.

Folgendes sollte vermieden werden

Wie schon unter „Schonung“ erwähnt sollte das Greifen von Henkeln mit der entzündeten Stelle oder auch das Greifen von dünnen Stangen wie Klimmzugstangen oder Hantelstangen vermieden werden. Für Klimmzüge kann in diesem Fall ein Handtuch um die Stange gewickelt werden. Dann verteilt sich der Druck besser.

Querfriktionsmassage

Die Querfriktionsmassage wird in der Physiotherapie an Muskel-Sehnenübergängen und Sehnen-Knochenübergängen ausgeführt. Die an diesen Stellen entstandenen chronischen Überlastungen mit entzündungsähnlichen Zuständen sollen dadurch behandelt werden. Mit Hilfe dieser Technik wird erreicht, dass sich Ablagerungen lockern, dass Narbenverwachsungen und Schwellungen gemindert werden und der Stoffwechsel in der Sehne gesteigert wird. Am häufigsten werden Schultergelenk, Tennisellenbogen, Achillessehnenreizung, Bänderdehnungen am Fuß und Kniegelenken behandelt. Bei der Massage werden mit den Handballen oder der Spitzen der Finger kleine Bewegungen auf der entzündeten Sehen ausgeführt. Der Druck der Massage führt zu mäßigen bis etwas stärkeren Schmerzen.

Da ich die Querfriktionsmassage aus eigener physiotherapeutischer Behandlung bei anderen Verletzungen kannte, übte ich diese auch bei einer Sehnenscheidenentzündung aus. Allerdings stellte sich dadurch keine Verbesserung ein, sondern es wurde eher noch schlimmer. Bei einer Entzündung an den Ringbändern im Finger steigert die Querfriktionsmassage den entzündlichen Zustand weiter, anstatt ihn abzumildern. Warum diese Massage an anderen Stellen im Körper gut funktioniert, nicht aber bei dieser Art von Sehnenscheidenentzündung, weiß ich nicht.

Vorletzte Maßnahme in Phase Zwei

In Phase Zwei bestehen die Schmerzen schon über einen längeren Zeitraum oder sind immerhin so stark, dass sie das Klettern negativ beeinflussen. Mittlerweile ist auch ein Kraftverlust in der betreffenden Hand spürbar. Dieser Kraftverlust entsteht hauptsächlich durch eine Schutzfunktion im Körper. Der Körper lässt sozusagen eine volle Kraftentwicklung nicht mehr zu, um sich selbst vor weiteren Verletzungen zu schützen.

Jetzt sollte über eine vier Wochen lange Pause mit eventuellen Ruhigstellen der Sehne mittels einer Schiene nachgedacht werden. Dabei sollte die Schiene eine Woche lang getragen werden. Das ist für den ehrgeizigen Sportler wahrscheinlich die schwerste Maßnahme. Ich persönlich habe vermutlich auch viel zu lange mit einer solchen Pause gewartet, so dass die Entzündung schon zu chronisch war. Auch nach sechs Wochen Pause traten die Schmerzen bei mir am ersten Klettertag sofort wieder auf. Da war die Enttäuschung so groß, dass ich bereit für die letzte Maßnahme war.

Letzte Maßnahme in Phase Drei

Injektion eines entzündungshemmenden Medikaments
Injektion eines entzündungshemmenden Medikaments

Wenn die Maßnahmen in Phase Eins und Zwei nicht wirken, kommt die Injektion eines entzündungshemmenden Medikaments in die Sehnenscheide (Kortisonspritze) in Frage. Diese Behandlung habe ich dann auch einmal bei einer chronischen Entzündung über mich ergehen lassen müssen. Das war bei Dr. Volker Schöffl. Die Injektion geschieht zwei mal, mit einer Pause von 10 bis 14 Tagen. Nach der zweiten Injektion muss noch mal zwei Wochen lang pausiert werden. Dann sollte man langsam wieder mit dem Klettern anfangen. Natürlich nicht von 0 auf 100%, sondern erst etwas besonnener.

Zusätzlich sollte man den betroffenen Finger auch noch eine gewisse Zeit lang tapen. Außerdem ist es normal, dass die Stelle ab Kletterbeginn noch eine Zeit lang etwas weh tut. Das wurde mir von Dr. Volker Schöffl nach der Behandlung so gesagt, und war dann auch tatsächlich so. Aber letztendlich heilte die Verletzung dann komplett aus.

*) Thomas Hochholzer, Volker Schöffl: Soweit die Hände greifen… Lochner Verlag, 2009, S. 58.

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15 Gedanken zu „Kletterverletzung: Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) im Fingergrundglied und Fingermittelglied

  • 20. Februar 2020 um 9:29
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    Danke für den Beitrag!

    Die Symptome werden hier genau beschrieben.
    Ich hätte noch eine Frage an euch: Habt ihr auch im Ruhezustand Schmerzen bzw. sind eure Finger angeschwollen oder habt ihr Probleme sie zu beugen?
    Ich leide bereits seit vier Wochen an einer solchen Sehnenscheidenentzündung, die von euch beschrieben wird. Ich habe aber weder starke, stechende Schmerzen, noch habe ich Probleme beim Beugen der Finger. Es lässt sich bei mir eine Verdickung, also ein kleiner Knoten an der Sehne spüren. Bei einer richtigen Sehnenscheidenentzündung spürt man aber stärkere Schmerzen und Rötungen im Ruhezustand oder? Wenn ich jedoch in der stark überhängenden Wand bouldere, spüre ich den Finger anschließend sofort. Ich denke, dass es sich deshalb um eine chronische Reizung handelt.

    Wie hat sich dies bei euch gezeigt? Hattet ihr im Ruhezustand auch Schmerzen? Handelt es sich überhaupt um eine Sehnenscheidenentzündung oder ist der betroffene Bereich bei solchen Symptomen, wie meinen nur gereizt?

    Es dauert meistens einen Tag bis sich alles wieder beruhigt hat. Ich kann sogar einen Tag relativ gut bis ca. 7a klettern. Beim Sportklettern spüre ich meistens nie was, vorausgesetzt ich bewege mich in für mich komfortablen Graden.
    Leider habe ich das Ganze seit 4 Wochen und jedes Mal, wenn ich schwerer geklettert bin, spüre ich den Finger währenddessen und auch nach der Einheit.

    Gibt es irgendeine Therapieform, außer Kortisonspritzen, die das Ganze heilt bzw. besser macht? Ich denke ich befinde mich in Phase zwei und bin mir auch nicht sicher, ob eine Kletterpause die ganze Entzündung heilen wird, da es sich um eine chronische Reizung bzw. Entzündung handelt? Habt ihr Erfahrung mit Lasertharapie, Akupunktur, Ergotherapie, etc.?

    Liebe Grüße

    Antwort
    • 20. Februar 2020 um 10:18
      Permalink

      Hallo!

      Im Ruhezustand hatte ich auch keine Probleme mit Schmerzen. Auch beim Beugen ohne Widerstand hatte ich meinen Erinnerungen nach keine Probleme. Anders war es, wenn man auf die entsprechenden Stellen gedrückt hat – da habe ich schon gemerkt, dass es schmerzt.

      Der Volker Schöffl ist meines Wissens nach mittlerweile relativ schnell, dass mit Kortisonspritzen zu behandeln. Aber meiner Vermutung nach ist das „Kortisonproblem“ bei dieser 2-maligen Spritze auf so einem kleinen Bereich des Körpers zu vernachlässigen und nicht zu vergleichen mit anderen Kortisonbehandlungen, bei denen sich die Nebenwirkungen massiv und abschreckend zeigen….

      Viele Grüße
      Christoph

      Antwort
      • 4. März 2020 um 19:26
        Permalink

        Danke für deine Antwort!
        Ich war bereits beim Arzt und mir wurde eine 3-wöchige Pause verordnet. Er möchte mir nicht sofort eine Injektion geben, da ich noch relativ jung bin. Wenn es in dieser Zeitspanne nicht besser wird, werde ich danach auch eine Kortisonspritze bekommen. Hattest du diese Maßnahme drei, von der du in deinem Blogeintrag schreibst, schon öfters? Sind diese Spritzen sehr schmerzhaft?
        An diese 3-wöchige Kletterpause werde ich mich nun halten, da ich von allen Seiten gehört habe, dass Ruhe das beste Heilmittel sein soll.
        Viele berichten davon, dass sie erst wieder geklettert sind, bis diese kleine Verdickung bzw. Schwellung an der Sehne weck war. Wie lange dauerte das bei dir bzw. hast du auch so lange gewartet?

        Antwort
        • 7. März 2020 um 15:59
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          Nein – schmerzhaft sind diese Spritzen nicht! Ich bekam insgesamt zwei Stück. Die zweite war vier Wochen nach der ersten.

          Davor hatte ich es natürlich auch erst mit einer Pause versucht. Um sicher zu gehen, habe ich sogar sechs Wochen Pause gemacht. Die Symptome verschwanden auch komplett während dieser Pause. Aber dann beim ersten mal leicht Klettern, kam sofort wieder der gleiche Schmerz. Und das, obwohl ich fast nur an Henkeln geklettert bin. Das war der Zeitpunkt, wo ich dann zum Arzt bin!

          Antwort
          • 9. März 2020 um 11:29
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            Wie lange durftest du nach der zweiten Spritze nicht klettern? Hat die Erste sofort Wirkung gezeigt? Ist immer eine Zweite notwendig? Ich werde mir auf jeden Gall eine Spritze geben lassen. Kam es bei dir nach einiger Zeit am selben Finger wieder?

            Gott sei Dank ist es bei mir nicht so schlimm, denn wenn ich an Henkeln klettere, spüre ich gar nichts. Auch gute Leisten und Sloper machen mir keine Probleme. Nur wenn die eben eine bestimmte Form oder Ausrichtig haben.

            Antwort
            • 9. März 2020 um 13:55
              Permalink

              „Wie lange durftest du nach der zweiten Spritze nicht klettern? „:
              Weiß ich nicht mehr genau. Evtl. 2 Wochen, ich deneke aber eher auch 4 Wochen.

              „Hat die Erste sofort Wirkung gezeigt?“:
              Naja, da ich ja in dem Zeitraum Pause gemacht habe und unter Ruhe auch keine Beschwerden hatte, kann ich das nicht genau sagen.

              „Ist immer eine Zweite notwendig? “
              Kann ich dir nicht sagen. Der Schöffl macht es anscheinend aber so.

              „Kam es bei dir nach einiger Zeit am selben Finger wieder? „:
              Nein!

              Antwort
  • 21. Mai 2019 um 20:30
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    Hallo ich weiblich, klettere nicht, hatte aber aufeinmal die gleichen Probleme. So dan fang ich mal mit tapen an zum ruhigstellen u d über Nacht Salbeverband ,leichtes bürsten und kühlen. Vielen Dank für die Vorschläge. Welches Tape nehmt ihr denn da?
    Mir tut unter dem Mittelfinger und Ringfinger noch in der Hand das weh. Wird sich wohl dann auch beruhigen.

    Antwort
  • 7. März 2017 um 11:27
    Permalink

    Kleines Erfahrungsupdate:

    In den letzten Jahren hatte ich zwei oder drei Anflüge von Sehnenscheidenentzündungen. Dabei immer im Grundglied am Ring- oder Mittelfinger. Ich bin mir mittlerweile sicher, fingeranatomisch sehr anfällig dafür zu sein. Ich muss mit dem Einsatz von aufgestellten Fingern sehr sparsam umgehen. Ich habe mir daher eine gute „Open-Hand“ Grifftechnik angewöhnt. Damit komme ich ganz gut zurecht. Außerdem verzichte ich mal auf die ein oder andere Route/Boulder die zu sehr Aufsteller benötigen.

    Diese Anflüge von Sehnenscheidenentzündungen habe ich mit Tapen und vermeiden von Aufstellern sehr schnell in den Griff bekommen! Das Tapen habe ich wie oben im Artikel beschrieben gemacht. Wobei ich persönlich am Anfang mit grenzwertig straffen Tape arbeite (nahe der Strangulation). Vor allem was das Tape am Fingergrundglied betrifft. Aber nach ein paar Zügen Klettern, weitet sich das Tape ja immer etwas und dann passt das vom Gefühl ganz gut.

    Mit der Zeit mache ich dann das Tape weniger straff. Wenn die Symptome fast nicht mehr zu spüren sind, lasse ich zuerst das Tape am Mittelgelenk weg und kurze zeit später auch das am Fingergrundglied.

    Andere Maßnahmen, wie kühlen waren so nicht mal notwendig. Aber wie gesagt: Das ist nur meine Erfahrung derzeit angemessen mit dem Problem umzugehen!

    Antwort
  • 3. Dezember 2016 um 22:12
    Permalink

    Ich habe das Problem tatsächlich in den Griff bekommen, ohne Spritzen:

    Folgendes habe ich gemacht:

    Als ich noch Schmerzen hatte, habe ich zuerst 3 Nächte lang Ibuprofen forte Salbe sehr dick als Verband auf den Finger geschmiert. Danach waren die Schwerzen zunächst weg. Dann noch eine Woche Pause gemacht. Danach langsam wieder angefangen zu Klettern mit ordentlichen Tapen so wie vom Prof. Schöffl empfohlen, dabei nicht übertreiben und sobald die Schmerzen spürbar werden aufhören. Nicht mehr als eine Einheit pro Woche. Nach der Einheit, sofort die Finger per Eisabreibung Kühlen und danach wieder 2 Nächte den Ibuprofen-Verband. Außerdem regelmäßig die Finger mit einer Zahnbürste masieren (ohne dass Schmerzen zu spüren sind).

    Nachdem ich das etwa 2 Monate so durchgezogen haben kann ich jetzt wieder im 2-Tages-Rhythmus trainieren, ohne dass die Schmerzen wiederkommen (bzw. nach 2 Tagen sind sie immer weg). Wenn ich merke ich habe es übertrieben, mache ich lieber wieder eine Woche Pause, aber mittlerweile bin ich sehr zufrieden, da ich sogar ohne Tape keine Schmerzen mehr habe.

    Ich denke tatsächlich, dass der Ibuprofen-Verband geholfen hat. Ist vielleicht als letzte Möglichkeit vor der Spritze interessant (und als Alternative zu den Tabletten).

    Antwort
    • 3. Dezember 2016 um 22:19
      Permalink

      Danke Oliver für deinen Erfahrungsbericht! Das sind genau die Informationen, die wir als Kletterer brauchen!

      Viele Grüße,
      Christoph

      Antwort
  • 18. Oktober 2016 um 18:05
    Permalink

    Kommmentar zu oben: Spritzen vom Bamberger Spezialisten hatten letztes Jahr leider gar nichts gebracht, aber die Tips aus seinem Buch (siehe oben) sind gut.

    Hatte letztes Jahr für 3 Monate eine Sehnenscheidenentzündung. Finger war dick und prall wie eine Knackwurst. Dieses Jahr ging es wieder los mit leichten Schmerzen unten am Finger-Mittelgelenk (PIP).
    Grund: Überlastung, evtl. auch Kombi mit hohen Außentemperaturen.
    Diesmal konnte ich es wie folgt in den Griff bekommen:
    1) Sofort und intensiv lang per Eisabreibung kühlen. Bin eine Woche lang mit einer großen Isoliertasse mit Eiswürfeln rumgelaufen. In dieser ersten Woche den Finger möglichst wenig bewegt und nicht geklettert.
    2) Für meine 80kg eine Woche lang täglich 3x800mg Ibuprofen eingeworfen – hier werde ich beim nächsten mal evtl. reduzieren.
    3) Die zwei Wochen drauf Belastung langsam steigern, nicht kleingriffiges draußen vorsteigen. Plastikklettern war OK, da kann man auch mal ’ne andere Farbe nehmen oder sich reinsetzen.
    PS:
    – Die Bewegungseinschränkung konnte ich nach „Heilung“ langfristig reduzieren mit täglichen zwei Minuten Flossing des Fingers. Damit sollte man aber warten, bis gar nichts mehr zu spüren ist. Danke für den Tip an meinen Sportarzt!
    – Aufstellen möglichst minimieren, zumindest beim Plastiktraining…
    Hier noch ein Artikel allgemeiner Art zu dem Thema:
    https://www.trainingbeta.com/heal-finger-injuries-faster/

    Antwort
    • 3. Dezember 2016 um 22:26
      Permalink

      Vielen Dank auch and dir yogy! Wer sich mit dem Problem Sehnenscheidenentzündung konfrontiert sieht, für den sind solche Informationen Gold wert!

      Antwort
  • 3. Oktober 2016 um 17:18
    Permalink

    Hallo Oliver!
    Bei normale Bewegungen im Alltag hat es sich nach 2 Tagen bei mir relativ normal angefühlt. Wenn ich aber schon eine Sporttasche oder noch schlimmer – einen Kasten Bier – getragen habe, dann hat das an der entsprechenden Stelle schon auch gscheit weh getan.

    Ich weiß nicht wieviel du schon mit tapen und kühlen versucht hast. Damit kann man es am Anfang schon ganz gut in den Griff bekommen. So zumindest meine Erfahrung. Eine Pause macht man halt immer sehr ungern – grad jetzt wo es in den schönen Herbst geht!

    Wenn man sich diese Spritze vom Volker Schöffl geben lässt, muss man aber auch 4 Wochen pausieren. Zumindest mit dem Klettern an sich. Man kann natürlich in dieser Zeit seine Beweglichkeit und Athletik auf Vordermann bringen!

    Aber wenn es mit Tapen + Kühlen + etwas halblang machen beim Klettern nicht besser wird, dann solltest du vielleicht mal bei jemanden wie dem Volker Schöffl vorbeischauen. Wobei der mittlerweile auch schneller jemanden die Spritze gibt, als erst mal eine Pause verordnet.

    Ich hoffe, ich konnte dir helfen – wenn es noch Fragen gibt immer her damit!

    Viele Grüße und gute Besserung!
    Christoph

    Antwort
  • 1. Oktober 2016 um 23:04
    Permalink

    danke für den Artikel, er beschreibt sehr gut die Sehnenscheidenentzündung bei einem Kletterer. Genau die gleichen Symtome habe ich auch. Ich denke ich befinde mich zwischen Phase zwei und drei.

    Eine Frage dazu: wie lange hattest du noch Schmerzen im chronischen Zustand nach einer Klettereinheit? Bei mir sind es immer rund 2 Tage, danach fühlt sich eigentlich alles wieder ok an, aber sobald ich wieder klettere merke ich es schnell wieder. Ist das typisch für die chronische Verletzung oder würden die Schmerzen länger anhalten. Ich habe mich bisher nicht dazu durchringen können, eine richtige, lange Kletterpause zu machen.

    Antwort

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