Campusboard – Training und Übungen

Geschichte und Einsatzzweck

Das Campusboard wurde von Wolfgang Güllich entwickelt, um für seine extrem harten Erstbegehungen wie Wallstreet (11-) oder Action Direct (11) zu trainieren. Benannt wurde es nach dem Fitnessstudio „Campus“ in Nürnberg, in dem bis heute das Original hängt. Im Französischen ist Güllich selbst der Namensgeber, denn es heißt dort „Pan Guellich“!

Das Training am Campusboard verbessert die Maximal- und Explosivkraft fürs Klettern. Bei manchen Übungen ist aber auch Koordination gefragt.

Durch das intensive Training am Campusboard ist eine gewisse Verletzungsgefahr gegeben. Man sollte nicht ermüdet daran trainieren. Also nicht nach langem Bouldern noch ein bisschen ans Campusboard. Ein bisschen Bouldern zum Aufwärmen für eine Campusboardeinheit ist hingegen gut!

Für Kinder und Jugendliche, deren Wachstumsfugen der Knochen noch nicht geschlossen sind, ist das Training am Campusboard tabu. Mit 15 ,16 Jahren sind diese Wachstumsfugen durchaus noch geöffnet. Deswegen befindet sich bei fast allen Übungen der Hinweis „Ab 18“. Athletik- und Koordinationsübungen an großen Rundhölzern sind hingegen auch für jüngere Athleten in Ordnung.

Außerdem sollte man nie in den gestreckten Arm fallen oder die Finger komplett aufstellen.

Auswahl der Leistengrößen

Im wesentlichen gibt es folgende Leistengrößen

  • sehr klein und klein (15-20mm) für das erste Fingerglied
  • mittel (24-30mm) für das erste und teilweise zweite Fingerglied
  • groß (32-40mm) mit Platz für das komplette zweite Fingerglied
  • sehr groß (Leisten und Rundhölzer mit 50mm und auch noch mehr) für die komplette Hand (Athletiktraining)

Neue Übungen sollte man zuerst an den großen oder sehr großen Leisten ausprobieren und einstudieren. Danach sollte man die Leistengröße nach Leistungslevel entsprechend auswählen, so dass man im Zielbereich der Wiederholungsanzahl ist.

Übungsauswahl und Trainingshäufigkeit

Für eine Campusboardeinheit sollte man sich 5 bis 8 verschiedene Übungen aussuchen. Dabei sollte man diese Übungen von Einheit zu Einheit ständig wechseln um möglichst viel Variation im Training zu haben! Es bringt fürs Klettern weniger wenn man zwar Weltmeister in einer Übung ist, aber in anderen Übungen Defizite hat. Besser ist es so viele Übungen wie möglich zu beherrschen.

Für die meisten von uns ist mehr als eine Einheit Campusboard pro Woche nicht sinnvoll. Wenn man 11er klettert weiß man aber eh selber was man macht und braucht.

Alle Artikel (Übungen) zum Thema Campusboard

Video Playlist der Campusboard Übungen

Bau eines Campusboards – Design, Maße und Neigung

Hierfür gibt es einen eigenen Artikel: https://www.target10a.com/magazin/2017/03/02/bau-eines-campusboards-design-masse-und-neigung/

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2 Gedanken zu „Campusboard – Training und Übungen

  • 20. Februar 2018 um 14:52
    Permalink

    Hallo Christoph,

    ich möchte mit dem Campusboardtraining anfangen, allerdings bekomme ich es kaum hin eine Leiste weiter zu greifen. Wie kann ich anfangen dies zu trainieren und was sind die Voraussetzungen dafür? Mein Trainer aus dem Boulderkurs war der Meinung bei meiner Stärke alle Vorraussetzungen zu erfüllen um mindestens einmal hoch zu kommen, bis ich ihm demonstriert habe, dass ich es einfach nicht kann :(. Woran liegt es? Gibt es Vorübungen zum Weitergreifen?

    Viele Grüße
    Steffi

    Antwort
    • 21. Februar 2018 um 9:52
      Permalink

      Hallo Steffi!

      Wie groß sind denn die Leisten, die du verwendest? Wenn es große Leisten sind (30mm und größer) dann fehlt es dir vermutlich etwas an Athletik. Wenn die Leisten sehr klein sind könnte es auch die Fingerkraft sein.

      Und daher noch zwei Fragen, bevor ich dir wirklich einen Tipp geben kann: Wieviele Klimmzüge schaffst du? Und kannst du einarmig Blockieren (an einem großen Griff oder Klimmzugstange)?

      Viele Grüße
      Christoph

      Antwort

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